Was löst es bei dir aus, wenn du dir vorstellst, dass dein Kind genüsslich die Küchenschränke ausräumt?

 

Bei mir jedenfalls breitet sich augenblicklich Entspannung aus. Ich weiß allerdings, schon aufgrund der Erzählungen meiner eigenen Mutter, dass diese Abenteuerlust der Kleinen einen auch zur Verzweiflung bringen kann.

 

Ungestört kochen? Da bin ich kompromissbereit…

Ich hingegen war heilfroh, dass ich durch das neue „Hobby“ meiner Tochter endlich 20 Minuten ungestört kochen konnte. Und es war mir auch nicht wichtig, wie die Lade nach dem Wiedereinräumen aussah. Eine echte Kompromisslösung, wer mich kennt.

 

Das Interessanteste ist immer, sich mit dem beschäftigen zu dürfen, was die Mama verwendet.

Irgendwie war es auch einfach faszinierend und schön anzuschauen, wie fesselnd Gegenstände des alltäglichen Gebrauches für mein Kind waren. Und dass es um Häuser spannender war, in Mamas Territorium zu „fischen“, als sich (ausschließlich) mit herkömmlichem Spielzeug abzugeben.

 

Spannende Aufgabe für das Kind, Kochen ohne Multi-Tasking für die Mama

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es eine Herausforderung sein kann, neben einem Kleinkind, das noch nicht selbstständig ins Spiel findet (geschweige denn sich lange alleine beschäftigt), zu kochen.

 

Deshalb habe ich die Ideen einer Expertin eingeholt, wie du mit einfachen Küchenutensilien eine Spielumgebung nach dem PEKiP-Prinzip schaffen kannst. Während das Kind so eine spannende Erfahrung machen darf, schaufelst du dich für eine gewisse Zeit frei, um dich in Ruhe um das Essen zu kümmern.

 

Sonja Neulinger ist PEKiP-Gruppenleiterin aus Leidenschaft und bietet ihre Kurse mittlerweile in ihrem eigenen Kursraum in Mödling bei Wien an (mehr zu ihrem Werdegang liest du weiter unten). Hier fasse ich 9 ihrer unzähligen Beschäftigungsideen für Babys und Kleinkinder zusammen, die sich jederzeit ganz einfach zu Hause umsetzen lassen.

Doch zuerst noch die Frage: Was ist PEKiP denn überhaupt?

PEKiP – das Prager-Eltern-Kind Programm ist ein gruppenpädagogisches Konzept für Eltern und ihre Babys im ersten Lebensjahr:

  • In einer kleinen Gruppe werden gleichaltrigen Babys Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten geboten, die ihrer momentanen Entwicklung entsprechen. Die erlernten Fähigkeiten können so geübt und perfektioniert werden. Die Eltern bekommen individuelle Anregungen für zuhause, die sich an den Bedürfnissen ihres Kindes orientieren.
  • Die Babys erleben erste soziale Kontakte zu Gleichaltrigen und lernen von- und miteinander. Je mobiler die Kinder werden, umso mehr Spaß macht es, die Bewegungsmöglichkeiten im Kursraum gemeinsam zu erforschen.
  • Auch feinmotorisch können die Babys spannende Erfahrungen sammeln. Aus Alltagsmaterialien wird Spielmaterial, das alle Sinne anregt. Die Eltern erhalten kreative Ideen für das gemeinsame Spiel zuhause.
  • Die Gruppe ermöglicht den Austausch untereinander über wichtige Themen und Erfahrungen. Die Gruppenleiterin bietet Informationen und Unterstützung in Entwicklungsfragen.

9 Ideen, um Küchenutensilien in spannende Spielzeuge zu verwandeln

Die unterschiedlichen Aufgaben eignen sich je nach Schwierigkeitsgrad für Kinder ab dem Sitzalter (ca. 8 Monate) bis ungefähr 3 Jahre. Dabei ist es wichtig, dass es sehr individuell ist, was Kinder mit welchem Alter können. Die Entwicklung erfolgt in Schüben. Manchmal tut sich motorisch viel, dann wieder sprachlich und so weiter. Am besten wird bei den Aufgaben kurz vorgezeigt, was zu tun ist. Danach darf alleine experimentiert werden. Sollte eine Aufgabe zu schwierig sein und für Frust sorgen, kann diese einfach adaptiert werden, zum Beispiel mit größeren Öffnungen oder Gegenständen. Oder es gibt eine andere Aufgabe. Bei verschluckbaren Kleinteilen sollte man besonders wachsam sein. Kinder bis cirka eineinhalb oder zwei Jahre nehmen gerne noch viel in den Mund.

1. Fischen

Alter je nach „Werkzeug“ (s.u.)

Gegenstände (z.B. Kastanien, Nüsse, trockene Nudeln) mithilfe von Teesieb (ca. 1,5+), Schöpfer, Spaghetti-Schöpfer (ca. 2+) oder Melonenlöffel (ca. 2,5-3+) aus einem Behälter fischen und in einen anderen umfüllen.*

2. Fangen

ca. ab 2 Jahren

Gegenstände (z.B. Kastanien, Nüsse, trockene Nudeln) mithilfe von Spaghetti- oder Fleischzange in unterschiedlich große Öffnungen (Dosen, Muffinförmchen…) einfüllen.*

*ACHTUNG: bei dieser Aufgabe soll immer von links nach rechts gearbeitet werden. Das ist wichtig für das spätere Lesen und Schreiben in der Schule.

3. Stecken (1)

ca. 8 Monate bis 1,5 Jahre

Serviettenringe, Vorhangringe, Lockenwickler, leere Klopapierrollen oder Ähnliches werden auf den Küchenrollenhalter gesteckt.

4. Stecken (2)

ca. ab 2,5 Jahre

Strohhalme oder Maccaroni in Besteckständer hineinstecken bzw. hineinfallen lassen.

5. Stapeln

ca. ab 1 Jahr

Küchenschwämme oder Plastiktrinkbecher stapeln. Diese Aufgabe fördert den kognitiven Lernprozess: aus einem werden viele, wenn der Turm umgedreht und jeder Becher wieder einzeln herausgenommen wird.

6. Ziehen

ca. ab 8 Monaten (Sitzalter)

Wollfaden oder Geschenksband durch umgedrehtes Sieb fädeln und an beiden Enden Verschlussklemme befestigen. Sieb verkehrt auf den Boden stellen. Das Kind zieht Faden in die Höhe, dieser lässt sich jedoch nicht herausziehen sondern rutscht durch die Schwerkraft wieder zurück ins Sieb.

7. Topfschlagen

ca. ab 8 Monaten (Sitzalter)

Kochtopf oder für die Kleinsten Rührschüssel bzw. Plastikbehälter verkehrt auf den Boden stellen und Schöpflöffel, Holzkochlöffel und Backpinsel dazulegen. Das Kind macht die Erfahrung, dass verschiedene Gegenstände unterschiedliche Geräusche erzeugen.

8. Ertasten

ca. ab 8 Monaten (Sitzalter)

Auch das „Ertasten“ und Kennenlernen der unterschiedlichen Materialien und Formen mit dem Mund ist schon für die Kleinsten spannend (z.B. Holz-Pfannenwender, Silikonpinsel, Löffel aus Edelstahl und Plastik).

9. Rasseln

ab dem sicheren Greifen

Verschiedene Lebensmittel wie Couscous, Reis, Linsen oder Bohnen in unterschiedliche Pet-Flaschen füllen und rasseln lassen. Auch hier ist es spannend, dass unterschiedliche Geräusche erzeugt werden.

1. Fischen

Alter je nach „Werkzeug“ (s.u.)

Gegenstände (z.B. Kastanien, Nüsse, trockene Nudeln) mithilfe von Teesieb (ca. 1,5+), Schöpfer, Spaghetti-Schöpfer (ca. 2+) oder Melonenlöffel (ca. 2,5-3+) aus einem Behälter fischen und in einen anderen umfüllen.*

2. Fangen

ca. ab 2 Jahren

Gegenstände (z.B. Kastanien, Nüsse, trockene Nudeln) mithilfe von Spaghetti- oder Fleischzange in unterschiedlich große Öffnungen (Dosen, Muffinförmchen…) einfüllen.*

3. Stecken (1)

ca. 8 Monate bis 1,5 Jahre

Serviettenringe, Vorhangringe, Lockenwickler, leere Klopapierrollen oder Ähnliches werden auf den Küchenrollenhalter gesteckt.

4. Stecken 2

ca. ab 2,5 Jahre

Strohhalme oder Maccaroni in Besteckständer hineinstecken bzw. hineinfallen lassen.

5. Stapeln

ca. ab 1 Jahr

Küchenschwämme oder Plastiktrinkbecher stapeln. Diese Aufgabe fördert den kognitiven Lernprozess: aus einem werden viele, wenn der Turm umgedreht und jeder Becher wieder einzeln herausgenommen wird.

6. Ziehen

ca. ab 8 Monaten (Sitzalter)

Wollfaden oder Geschenksband durch umgedrehtes Sieb fädeln und an beiden Enden Verschlussklemme befestigen. Sieb verkehrt auf den Boden stellen. Das Kind zieht Faden in die Höhe, dieser lässt sich jedoch nicht herausziehen sondern rutscht durch die Schwerkraft wieder zurück ins Sieb.

7. Topfschlagen

ca. ab 8 Monaten (Sitzalter)

Kochtopf oder für die Kleinsten Rührschüssel bzw. Plastikbehälter verkehrt auf den Boden stellen und Schöpflöffel, Holzkochlöffel und Backpinsel dazulegen. Das Kind macht die Erfahrung, dass verschiedene Gegenstände unterschiedliche Geräusche erzeugen.

8. Ertasten

ca. ab 8 Monaten (Sitzalter)

Auch das „Ertasten“ und Kennenlernen der unterschiedlichen Materialien und Formen mit dem Mund ist schon für die Kleinsten spannend (z.B. Holz-Pfannenwender, Silikonpinsel, Löffel aus Edelstahl und Plastik).

9. Rasseln

ab dem sicheren Greifen

Verschiedene Lebensmittel wie Couscous, Reis, Linsen oder Bohnen in unterschiedliche Pet-Flaschen füllen und rasseln lassen. Auch hier ist es spannend, dass unterschiedliche Geräusche erzeugt werden.

*ACHTUNG: bei dieser Aufgabe soll immer von links nach rechts gearbeitet werden. Das ist wichtig für das spätere Lesen und Schreiben in der Schule.

Über Sonja Neulinger:

Meinen Weg zur PEKiP Gruppenleiterin verdanke ich einem Zufall. Ich durfte meine Schwester mit meinem 3 Monate alten Patenkind in eine PEKiP Stunde begleiten. Diese ganz besondere Erfahrung ließ mich irgendwie nicht mehr los. Nach der Beschäftigung mit dem fachlichen Hintergrund des PEKiP Konzepts war mir klar, dass ist genau das Richtige für mich.

Ich habe die nächstmögliche Ausbildung 2014 in Deutschland gemacht und seitdem bin ich beruflich dort angekommen, wo ich hingehöre.

Ich bin so dankbar, dass ich die Babys durch das erste Lebensjahr begleiten darf. Am meisten freut es mich, wenn mir die Mamis erzählen, dass ihre Kinder nach unserer PEKiP Stunde zuhause neue Bewegungsfortschritte gemacht haben. Außerdem ist es so schön zu beobachten, wie schon die Allerkleinsten Kontakt miteinander aufnehmen, sich gegenseitig beobachten und wöchentlich vertrauter miteinander werden.

Im letzten Herbst habe ich mir meinen Traum vom eigenen Kursraum verwirklicht. Seitdem halte ich meine Kurse in meinem BABYZEITRAUM in Mödling und kann mir nichts Schöneres mehr vorstellen.

 

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