Weißt du was? Kochen macht mir nicht immer Spaß. Tatsächlich koche ich mittlerweile selten aus Spaß an der Freude. Mir geht es ums Ergebnis. Und das soll vor Nährstoffen strotzen und ganz nebenbei auch noch ziemlich unkompliziert in der Produktion sein.

Eine (wohlschmeckende) eierlegende Wollmilchsau muss also auf den Tisch. Und zwar täglich. Oder zumindest fünf Mal die Woche. Denn am Wochenende, mit Freunden und Familie, darf das Kochen ruhig mal zelebriert werden.

Begonnen haben meine hohen Ansprüche ans Essen am 15. Tag nach der Geburt meiner Tochter. Denn da war Daddy’s Urlaub aufgebraucht. Und ich?

 

Glückselig… und planlos.

 

Schnell war klar: planlos ist kein Plan mit Zukunft. Hatte ich doch den Großteil meines Berufslebens bis dahin auf Excel-Tabellen und Projektpläne vertraut.

Wenn du dir jetzt denkst: „Bitte nicht noch ein To Do!“, versteh ich dich. Dennoch möchte ich einen Versuch wagen, dir zu zeigen, warum ein Wochenplan DIE Lösung für dich sein kann.

Ob du dich nun „ausschließlich“ um dein eigenes leibliches Wohl im Mutterschutz kümmern musst, oder du eine ganze Kinderschar zu versorgen hast.

Hier sind meine 5 Gründe, warum sich ein Wochenplan im Alltag mit Familie so richtig auszahlt.

 

1. Kaffee zum Frühstück, Schokocroissant zu Mittag und zum Abendessen „irgendwas“

Der Nährstoffgehalt deiner Mahlzeiten lässt sich an einer Hand abzählen. Weil du dieses EINE Baby hast, das nicht den ganzen Tag schläft, fehlt jedoch plötzlich die Zeit zum Kochen. Und so hält wieder einmal das übriggebliebene Schoko-Croissant von der gestrigen Jause her. Denn der süße Nachmittagssnack ist seit Einzug des Babys sowieso Pflicht. Irgendwo muss schließlich die Energie herkommen. Und zwar dalli!

Müdigkeitstiefs sind bei unausgewogenen und unregelmäßigen Mahlzeiten fast vorprogrammiert. Deshalb ist es umso wichtiger, dass du als Mama auf deine Energiereserven achtest.

 

Und zwar nicht erst „last minute“.

 

Leichter gesagt als getan, ich weiß. Außerdem kannst du natürlich das Schlafdefizit einer durchwachten Nacht nicht allein mit der Ernährung ausgleichen. Das ist klar!

Mit einem Wochenplan kannst du dir jedoch vorab überlegen, welche gesunden Gerichte wirklich im Handumdrehen auf dem Teller sind. Gegebenenfalls kannst du vielleicht auch vorab schon das ein oder andere vorbereiten, wenn du weißt, was als nächstes auf dem Speiseplan steht.

2. Deine größte Challenge: das Haus zu verlassen

Glaub mir: damit bist du nicht allein! Es mag die ein oder andere frischgebackene Mama geben, die von Beginn an so gut durchorganisiert ist, dass sie keine Ahnung hat, wovon ich jetzt spreche. Dir kommt es aber vielleicht bekannt vor, wenn ich dir ganz ungeschönt verrate, wie oft ich es in den ersten Wochen mit Baby nach Mittag noch nicht aus dem Pyjama, geschweige denn aus dem Haus, geschafft hatte.

Vor meinem Mama-Dasein hatte ich fast täglich spontan jene Zutaten eingekauft, auf die ich gerade Lust hatte. Das genaue Rezept ergab sich dann schon irgendwie zu Hause.

 

Plötzlich musste ich es erst mal in den Supermarkt schaffen.

 

Dort angekommen, gingen die Fragen los: Was brauche ich? Worauf habe ich Lust? Was lässt sich mit … anstellen? Haben wir eigentlich noch … zu Hause? Eindeutig zu viele Fragen für mein unausgeruhtes Hirn.

Mit einem Wochenplan überlegst du dir nicht nur die nächsten Mahlzeiten. Du kannst dir zugleich einen Überblick verschaffen, welche Zutaten dein Vorrat hergibt und was du am besten gleich auf deine Einkaufsliste setzt. Schluss mit der Fragen-Flut im Supermarkt, während sich langsam aber sicher die nächste Stilleinheit ankündigt.

 

3. Jeden zweiten Tag Nudeln mit Tomatensauce, dazwischen Tiefkühl-Pizza oder Fischstäbchen

…und fertig ist der Wochenplan! Die Frage ist, nach wie vielen Wochen dir die Nudeln zum Hals raushängen. Und ob das wirklich der Speiseplan ist, den du dir vor der Geburt deines (ersten) Kindes vorgestellt hattest.

 

Perfektionismus ist eindeutig auch nicht die Lösung.

 

Leg das schlechte Gewissen also bitte ab, bevor es überhaupt aufkommt. Bei aller Wichtigkeit, die ich einer gesunden Ernährung (von Anfang an) beimesse, bin ich überzeugt: Liebe und Zuwendung ist immer noch die beste Nahrung für ein Kind. Bevor dich das Kochen also ins Burnout befördert, serviere bitte zum dritten Mal Nudeln mit Fertigsauce, und verbringe danach einen entspannten Nachmittag mit deinem Kind.

Und wenn du über die versaute Hose deines Kindes oder die Flecken auf deiner Bluse lachen kannst, nimm dir ein paar ruhige Minuten. Denn vielleicht ist es ja auch der Mangel an Ideen, der für deinen eintönigen Speiseplan verantwortlich ist. Und Multi-Tasking war noch nie das beste Rezept für gute Ideen. Während in Ruhe die besten Einfälle (oder Suchergebnisse) für ein paar schnelle gesunde Gerichte für deinen (ersten) Wochenplan kommen.

 

4. „Schmeckt nicht!“ eröffnet wie das Amen im Gebet jede Mahlzeit

I hear you! Gleich vorweg: die unermüdliche Suche nach dem ultimativen Kindergericht und die größte Sammlung an Kinderkochbüchern ist nicht immer die beste oder einzige Lösung. Denn die Vorlieben unserer Kinder sind so unterschiedlich, wie die Geschmäcker, mit denen sie sich täglich konfrontiert sehen. „Alle Kinder mögen Kartoffelpüree, Erbsen und Karottensuppe“?

 

Vergiss es!

 

Oder lieben alle Erwachsenen in deinem Umfeld Trüffel, Spanferkel und Quinoa?

Ein gut durchdachter Wochenplan kann der erste Schritt in die richtige Richtung sein. Denn du gibst der Ideenfindung Zeit, statt täglich auf eine spontane Eingebung oder den Tipp aus dem Kinderkochbuch zu vertrauen.

In Ruhe kannst du dir so Gedanken über die Abneigungen und Vorlieben der Familienmitglieder machen. Und Letztere auch besser in eurem Speiseplan berücksichtigen. Ein Wochenplan für eine Familie ist ein Kompromiss. Wenn sich jedoch jeder gehört fühlt, hast du große Chancen, dass auch der heikelste Esser am Tisch mehr Kooperationsbereitschaft zeigt.

Und dann gibt es noch einige Tricks, wie die Mahlzeiten zusammengesetzt oder angerichtet werden. Aber das ist eine andere Geschichte…

 

5. Hamsterkäufe statt Einkaufen auf Vorrat

Äh nein, das ist nicht dasselbe! Denn während Letzteres gut durchdacht ist, entfacht ein Hamsterkauf schnell einmal einen Kampf ums Überleben…

 

First come, first serve?

 

Wenn es doch so einfach wäre. Ganz ohne System drängelt sich das Dosen-Champignon schnell mal vor den (noch) frischen Brokkoli, weil für diesen gerade keine passende Rezeptidee parat war.

Und weil das vier Tage so geht, ist das Schicksal des grünen Gefährten in deinem Kühlschrank nicht mehr ganz so ungewiss. Und die Frage, warum der Mistkübel schon wieder voll ist, ist auch geklärt.

Ein Wochenplan sorgt dafür, dass du beim Einkaufen nicht „zur Sicherheit“ noch das Kilo Karotten oder die Familienpackung Käse mitnimmst. Weil du nämlich haargenau weißt, was ihr die nächsten Tage brauchen werdet. Das schont nicht nur das Familienbudget sondern rettet unschuldige Lebensmittel vor dem jähen Ende in der Mülltonne.

 

Brauchst du eine Starthilfe für deine Wochenplanung?