Wochenplanung… heißt Zeit für Organisation nehmen, Ideen aus dem Ärmel schütteln und sich vielleicht auch mit den Abneigungen der Familie auseinandersetzen. All diese Punkte können dazu führen, dass wir die Wochenplanung lieber links liegen lassen.

 

Wochenplanung kann aber mit ein wenig Organisation drum herum auch leicht von der Hand gehen. Und vielleicht sogar Spaß machen. Vor allem wenn du ein paar Strategien an der Hand hast, wie du das Familienessen auch den heiklen Essern am Tisch schmackhaft machen kannst.

 

Auch wenn es sehr individuell ist, welche Tricks tatsächlich funktionieren (und auch wenn ein Trick der heute zum Ziel führt morgen schon ein Schuss ins Leere sein kann) liste ich euch hier einige Ideen auf, wie ihr eure skeptischen Esser auch für neue Geschmäcker und Gemüsesorten gewinnen (wenn auch nicht gleich begeistern) könnt.

Und zwar tue ich das anhand von drei Gerichten aus meinem 3-Wochen-Plan für die Weihnachtszeit.

Meinem Umgang mit der „heiklen Phase“ widme ich übrigens einen eigenen Artikel. Darin schreibe ich unter anderem, warum Geduld ganz wichtig ist, um langfristig erfolgreich zu sein mit dem Vorhaben, Kindern mehr Abwechslung und Gemüse auf den Teller zu bringen.

 

Hier also nun drei Gerichte mit jeweils drei Ideen für Maßnahmen, die jedes Familiengericht in eine kinderfreundliche Mahlzeit verzaubern können. Die Zutatenlisten findest du übrigens hier.

 

1. Asiatisches Reisgericht mit Brokkoli und Karotte („Nasi Goreng“)

1.1 Zutaten einzeln anrichten

manchen Kindern ist es gerade bei neuen Gerichten suspekt, wenn sie die einzelnen Zutaten nicht klar erkennbar auf dem Teller sehen. Bevor du also alle Zutaten mischt, kannst du den Reis, ein, zwei Röschen Brokkoli und ein paar Stück Karotten separat auf den Kinderteller legen. Tofu bzw. Ei kommt dann noch extra dazu.

1.2 Ungeliebte Zutaten weglassen

Zutaten, bei denen du bereits weißt, dass sie bei deinem Kind nicht beliebt sind kannst du auf dem Kinderteller auch gleich weglassen. Grundsätzlich plädiere ich dafür, auch Ungeliebtes immer und immer wieder anzubieten. Denn Kinder brauchen oft viele – sehr viele – Begegnungen mit neuen Gemüsesorten, bis sie ihre Skepsis ablegen. Mehr dazu hier. Allerdings darf jedes Familienmitglied zum Beispiel drei Dinge für die Wochenplanung nennen, die es überhaupt nicht mag (zumindest momentan nicht). Denn auch das Respektieren gewisser Abneigungen der Kinder kann dazu führen, dass Kinder am Familientisch besser „kooperieren“. Hier gehe ich näher darauf ein.

Die unbeliebten Zutaten können auch immer wieder extra angeboten, vielleicht sogar in einer Schüssel neben dem Teller platziert werden. Das könnte bei diesem Reisgericht zum Beispiel der Brokkoli sein. Dieser kann dann neben dem eigentlichen Gericht in ganzen Röschen platziert werden.

Wenn ich sage, dass es sogar die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern fördern kann, wenn deren Vorlieben und Abneigungen Beachtung geschenkt wird zitiere ich einen Ernährungspsychologen, dessen Tipps ich kürzlich auf der Facebook-Seite geteilt habe.

1.3 neue mit bekannten Geschmäckern kombinieren

Wenn Risi-Pisi (also Reis mit Erbsen) sowie Karotten gerne gegessen werden, könnten für die Kinderportion bei diesem Gericht ein paar Erbsen ergänzt und ein klein wenig Brokkoli daruntergemischt werden. Die Menge soll dabei wirklich sehr sehr klein sein. Denn es geht nur um die Geschmacksnuance.

 

2. Eintopf mit Karfiol (Blumenkohl) und Kohlsprossen (Rosenkohl)

2.1 Mithelfen lassen

Kinder bei der Zubereitung des Essens mithelfen zu lassen kann Wunder bewirken. Dazu verweise ich noch einmal auf meinen Beitrag Mein Kind isst nicht! Der einzige Weg für einen entspannten Umgang mit der „heiklen Phase“. Denn hier habe ich bereits detailliert darüber geschrieben.

Bei diesem Eintopf können Kinder schon ab dem Kleinkindalter mithelfen. Indem sie zum Beispiel die äußeren Blätter der Kohlsprossen entfernen und beim Zerteilen des Karfiols in kleine Röschen helfen.

2.2 Zutaten (einzeln) auf einem „Extra-Teller“ anrichten

Gerade bei einem Eintopf kann wie bei Punkt 1.1 beschrieben wieder gelten: Zutaten alternativ zum eigentlichen Gericht lieber klar erkennbar einzeln anbieten.

So können während dem Kochen bereits einige Kartoffeln, Kohlsprossen, Karfiol-Röschen und Karotten herausgenommen und warm gestellt werden. Um sie danach auf einem großen Teller in der Mitte des Tisches zu platzieren. Das Kind darf dann selbst zugreifen und sich aussuchen, was es probieren möchte.

2.3 Vertrautes auf dem Teller

Wenn das Gericht neu ist und wenige bekannte Zutaten darin enthalten sind, können diese auch dazu kombiniert werden, auch wenn sie im Rezept nicht vorgesehen sind. Am besten ist das dann etwas, das besonders gerne gegessen wird. Das kann Käse sein, der darübergestreut wird, ein bisschen Hühnerfleisch oder ein paar Stifte gedämpfte Karotten.

 

3. Borschtsch (Rote Rüben-Suppe mit Weißkraut)

3.1 Gerichte mild bis gar nicht würzen

Ganz wichtig für die Zubereitung kinderfreundlicher Mahlzeiten ist der vorsichtige Umgang mit Gewürzen. Kinder haben sehr sensible Geschmacksnerven und empfinden Geschmäcker viel intensiver als wir Erwachsenen. Am besten lässt man Kinder den natürlichen Geschmack der Lebensmittel „erschmecken“.

In der Praxis heisst das, dass die Erwachsenen ihre Portion erst am Tisch würzen. Alternativ können die Kinderportionen schon beim Kochen vor dem Würzen entnommen werden.

Das Suppenpulver (Brühe) kann für die Rote Rüben-Suppe eventuell schon beim Kochen hinzugefügt werden, während alle anderen Gewürze zur Sicherheit erst zum Schluss dazukommen.

3.2 Pürieren

Bei Suppen wie dem Borschtsch könnte die Kinderportion püriert werden, um die „Angst“ vor Zutaten wie dem Kraut zu nehmen. (Auch Form und Konsistenz mancher Zutaten können die kleinen Esser stören.)

Bei Eintöpfen (wie zum Beispiel dem Süßkartoffel-Bohnen-Eintopf aus dem 3-Wochen-Plan) klappt das übrigens mit etwas Flüssigkeit ebenso. Die „Sauce“ kann dann zum Beispiel zu Nudeln serviert werden, wenn die Kleinen dann eher zulangen.

Auch hier sind allerdings die Tipps aus Punkt 1.3 zu beachten. Denn auch wenn Zutaten nicht erkennbar sind. Die Geschmacksnerven von Kindern sind sensibel. Und so lohnt es sich, auch bei Saucen neue Zutaten immer nur in mikroskopisch kleinen Mengen „unterzujubeln“.

3.3 Kreative Namen vergeben

Bei der Vergabe klingender Namen bei sonst uninteressanten Gemüsesorten oder Gerichten sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. So können Karfiol-Röschen (Blumenkohl) zu Schneebällen werden, Karotten zu Schneemann-Nasen und die Rote Rüben-Suppe mit etwas Crème Fraiche oder Rahm (Schmand) zur lila Prinzessinnen-Suppe (das ist übrigens der Tipp einer Mama aus der Facebook-Community).

 

Teile gerne deine kreativen Namen für Gerichte oder Tricks fürs Gemüse-Verstecken in den Kommentaren. Vielleicht funktioniert deine Idee ja auch für eine andere Familie.

Wie eine 5-fache Mutter die Geschmäcker von sieben Familienmitgliedern unter einen Hut bringt, kannst du hier nachlesen.